Bis 2100 wird die Bevölkerunggröße Italiens halbiert; der demographische Winter befällt Europa.

Rom soll nun „Stadt für das Leben“ werden. Staatspräsident Mattarella: „Es handelt sich um ein Problem, das die Existenz unseres Landes bedroht. Das Gefüge unserer Nation wird geschwächt. Wir müssen mit allen Mitteln versuchen, dieses Phänomen zu stoppen.“

Last updated on Oktober 28th, 2021 at 05:48 am

Es ist kein Geheimnis, dass durch die „sexuelle Revolution“ Familiengründungen und Geburtenzahlen stark abgenommen haben. Der Bevölkerungsschwund innerhalb Europas hat ein historisches Rekordtief erreicht und leider gehört Italien zu den Ländern mit den niedrigsten Geburtenraten in ganz Europa.

Aus den Statistiken geht hervor, dass die Bevölkerung Italiens in den Jahren 2016 und 2017 anstieg. Doch dann begann sie zu sinken. Das italienische Statistikamt Istat meldete, dass im Jahr 2019 nur 435.000 Geburten verzeichnet wurden, die niedrigste, jemals in Italien erfasste Zahl. Gleichzeitig gab es im selben Jahr 647.000 Todesfälle. Ein düsteres Omen für Italiens Zukunft.

Der stetige Anstieg der Geburten unter Migranten und Einwanderern trägt dazu bei, die rückläufige Geburtenrate des Landes auszugleichen. Die Befürchtung ist jedoch, dass Italien bald einen Wendepunkt erreichen wird und mehr Geburten unter den Einwanderern als unter der heimischen Bevölkerung verzeichnet werden. Einer Studie zufolge wird das italienische Volk im Jahr 2080 eine Minderheit im eigenen Land sein, während 50 % der Einwohner Italiens aus Afrika und Asien stammen werden.

Staatspräsident Sergio Mattarella beklagt den Rückgang der Geburtenrate in Italien: „Es handelt sich um ein Problem, das die Existenz unseres Landes bedroht. Das Gefüge unserer Nation wird geschwächt. Wir müssen mit allen Mitteln versuchen, dieses Phänomen zu stoppen.“

Neben diesen beiden Hauptgründen (sinkende Geburtenrate und verstärkte Abwanderung aus Italien) gibt es noch einen dritten: die Auswirkungen der Pandemie und die damit verbundene hohe Zahl der Todesopfer.

Die COVID-19-Lockdowns haben sich negativ auf die Zahl der Eheschließungen ausgewirkt, die sich aufgrund der Isolierungsmaßnahmen 2020 halbiert habe, berichtet La Stampa. Im Jahr 2019 wurden noch 85.000 Ehen geschlossen, was genau der Hälfte der 170.000 Eheschließungen des Vorjahres entspricht. Dies wird zweifellos zu einem unmittelbaren Geburtenrückgang beitragen.

Die Folgen von COVID-19 betreffen nicht nur die niedrige Zahl der Eheschließungen, sondern auch andere Aspekte des Lebens. Tausende Italiener sind an dem aus China stammenden Virus gestorben, doch weitaus mehr haben aufgrund des durch die Pandemie verursachten Stresses und der starken Verbreitung von Verhütungsmitteln ihre Lebenslust verloren. Im August 2020 erließ die italienische Gesundheitsbehörde neue Vorschriften hinsichtlich pharmakologischer Schwangerschaftsabbrüche, wonach nun die Einnahme abtreibungsfördernder Medikamente bis zur neunten Schwangerschaftswoche erlaubt ist.

Die Abtreibung ist eine weitere Seuche, die die Menschheit heimgesucht hat und im letzten Jahr nicht nur in Italien, sondern weltweit zugenommen hat. Einer Statistik von Worldmeters.info zufolge wurden bis zum 18. Januar 2021 weltweit mehr als 2 Millionen Abtreibungen vorgenommen. Das heißt, allein in den ersten 18 Tagen des Jahres haben Schwangerschaftsabbrüche mehr Opfer verursacht als die Coronovirus-Pandemie im gesamten Vorjahr.

Gian Carlo Blangiardo, Vorsitzender des Nationalen Institut für Statistik Istat, ist der Ansicht, dass „man gewiss davon ausgehen kann, dass die Entscheidung italienischer Paare, Kinder zu bekommen, negativ von dem von Unsicherheit und Angst geprägten Klima und finanziellen Sorgen beeinflusst wird.“

Es heißt, dass Frauen in Italien keine Kinder bekommen, weil sie damit gegen den wirtschaftlichen und sozialen Niedergang protestieren. Die Zahlen sprechen für sich. Im Dezember 2015 wurde in  15 italienischen Städten ein Geburtenrückgang um 21,6 % im Vergleich zum Dezember 2019 gemeldet.

Ein Hoffnungsschimmer kommt trotz der Pandemie von der national-konservativen politischen Partei Fratelli d’Italia, unter der Führung von Giorgia Meloni. Fratelli d’Italia hat der Stadtverwaltung Rom eine wichtige Initiative unterbreitet, um Rom offiziell zur „Stadt für das Leben“ zu erklären und diesen Grundsatz in die Satzung der Stadtverwaltung aufzunehmen. Wenn die Gemeinde Rom sich zur „Stadt für das Leben“ erklärt, wird dies wahrscheinlich einen Dominoeffekt in ganz Italien und vielleicht in ganz Europa auslösen. Denn wenn sich nichts ändert und sich die derzeitigen Entwicklungen fortsetzen, steuert das italienische Volk auf einen demografischen Selbstmord zu.

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