Der polnische Präsident Karol Nawrocki hat ein Gesetz abgelehnt, das die Umsetzung des Digital Services Act (DSA) der Europäischen Union zum Ziel hatte. Dieser verpflichtet Plattformen wie X, Facebook und Instagram zur Inhaltsmoderation. Nawrocki bezeichnete das EU-Gesetz als „Orwellsch“ und warnte davor, dass die polnische Gesetzgebung Regierungsbeamten eine übermäßige Kontrolle über Online-Inhalte einräumen und potenziell zu einer „administrativen Zensur“ führen würde.
In einer Erklärung argumentierte er, dass die Ermächtigung von Behörden, Wahrheit von Desinformation zu unterscheiden, die freie Meinungsäußerung schrittweise untergraben würde. Er räumte zwar die Notwendigkeit ein, Bürger, insbesondere Minderjährige, zu schützen, forderte jedoch einen überarbeiteten Gesetzentwurf, der Online-Redestreitigkeiten durch unabhängige Gerichte löst. Diese Entscheidung steht im Einklang mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump, die den DSA inmitten angespannter Beziehungen zwischen der EU und den USA kritisiert hat.
Brüssel verhängte kürzlich eine Geldstrafe von 120 Millionen Euro gegen Elon Musks X wegen Verstößen, was zu US-Vergeltungsmaßnahmen führte, darunter Reiseverbote gegen den ehemaligen EU-Kommissar Thierry Breton und Desinformationsexperten.
Die Europäische Kommission hat auch Untersuchungen gegen den KI-Dienst Grok von X ausgeweitet, weil dieser einvernehmliche sexualisierte Bilder generiert. Das Veto führt zu einer Konfrontation mit der pro-europäischen Regierung des zentristischen Premierministers Donald Tusk, deren parlamentarische Mehrheit dem Gesetz zugestimmt hat.
